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Dachsanierung: Umfang, Ablauf und Planung im Überblick

Der Begriff umfasst sehr unterschiedliche Eingriffe — von der ausgebesserten Eindeckung bis zum vollständig neu aufgebauten Dachaufbau. Welcher davon bei Ihnen ansteht, entscheidet über Kosten, Pflichten und Förderung.

·Betreiber und Redaktion

Veröffentlicht am · 7 Quellen

Einfamilienhaus mit rotem Ziegel-Satteldach, Gaube und verglastem Giebel

Was unter einer Dachsanierung verstanden wird

„Dachsanierung" ist kein definierter Leistungsumfang, sondern ein Sammelbegriff. Darunter fallen vier Eingriffe, die sich in Aufwand und Folgen deutlich unterscheiden — und die im Gespräch mit Betrieben regelmäßig durcheinandergehen.

Die Reparatur behebt einen begrenzten Schaden: verrutschte oder gebrochene Ziegel, ein undichter Anschluss, eine beschädigte Rinne. Die Neueindeckung ersetzt die gesamte Dachdeckung, in der Regel einschließlich Lattung und oft auch der Unterdeckung; der Dachaufbau darunter bleibt bestehen. Die energetische Sanierung zielt auf die Dämmebene und kann von außen oder von innen erfolgen. Die umfassende Sanierung kombiniert beides und schließt Arbeiten am Tragwerk, an Dachfenstern und an der Entwässerung mit ein.

Diese Unterscheidung ist nicht akademisch. Sie entscheidet darüber, ob gesetzliche Anforderungen ausgelöst werden, ob eine Förderung überhaupt in Betracht kommt und ob zwei Angebote dieselbe Leistung beschreiben. Wenn ein Angebot „Dachsanierung" als Position führt, ohne die einzelnen Schichten zu benennen, ist es nicht vergleichbar.

Wann eine Dachsanierung ansteht

Der häufigste Anlass ist kein Schaden, sondern eine Gelegenheit: Die Eindeckung nähert sich dem Ende ihrer Nutzungsdauer, und gleichzeitig steht eine andere Entscheidung an — ein Dachgeschossausbau, eine geplante Photovoltaikanlage, ein Eigentümerwechsel. Weil das Gerüst der größte fixe Kostenblock am Dach ist, verändert die Bündelung mehrerer Maßnahmen die Wirtschaftlichkeit erheblich.

Daneben gibt es Anzeichen, die auf einen tatsächlichen Bedarf hindeuten. Von außen sind das großflächig verwitterte, abplatzende oder bemooste Ziegel, verrutschte Bereiche nach Sturm sowie Schäden an Anschlüssen, Kehlen und Verblechungen. Von innen sind Feuchtestellen an Sparren und Innenbekleidung, muffiger Geruch im Dachraum und sichtbares Tageslicht durch die Unterdeckung die deutlicheren Hinweise.

Ein dritter Anlass wird oft übersehen: ein spürbar aufgeheiztes Dachgeschoss im Sommer und auskühlende Räume im Winter deuten auf eine fehlende oder nicht mehr wirksame Dämmebene hin. Das ist kein Schaden im engeren Sinn, aber der Punkt, an dem sich eine energetische Maßnahme rechnen kann.

Welche Schichten betroffen sein können

Ein Steildach ist ein Schichtaufbau. Wer die Schichten kennt, versteht auch, warum sich Angebote so stark unterscheiden können — und warum eine Position ohne die andere manchmal keinen Sinn ergibt. Von außen nach innen:

Die Dachdeckung ist die sichtbare Schicht aus Ziegeln, Betondachsteinen, Schiefer oder Metall; welches Material für ein Dach infrage kommt, steht im Vergleich der Dachmaterialien. Darunter liegt die Lattung, auf der die Deckung befestigt ist, und darunter die Konterlattung, die parallel zu den Sparren verläuft und den Lüftungsraum schafft, durch den Feuchtigkeit abtrocknen kann. Es folgt die Unterdeckung oder Unterspannbahn — die zweite wasserführende Ebene, die eindringenden Flugschnee und Schlagregen ableitet.

Die Sparren bilden zusammen mit Pfetten und Aussteifungen den Dachstuhl und tragen die gesamte Last. Zwischen, über oder unter ihnen sitzt die Dämmung. Raumseitig davor liegt die Dampfbremse, die verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmebene gelangt und dort kondensiert; sie muss luftdicht angeschlossen sein, sonst verliert die Dämmung ihre Wirkung und es entstehen Bauschäden. Den Abschluss bildet die Innenbekleidung.

Hinzu kommen Bauteile, die quer durch diesen Aufbau stoßen und deshalb besonders fehleranfällig sind: Dachfenster, Gauben, Kamin- und Lüftungsdurchdringungen sowie die Anschlüsse an angrenzende Wände. An genau diesen Stellen entstehen Wärmebrücken — Bereiche, an denen mehr Wärme entweicht als in der Fläche. Die Entwässerung mit Rinnen und Fallrohren wird bei einer Neueindeckung meist mit erneuert, weil sie ohnehin demontiert werden muss.

  1. Dachdeckung

    Die sichtbare Schicht aus Ziegeln, Betondachsteinen, Schiefer oder Metall.

  2. Lattung und Konterlattung

    Die Traglattung hält die Deckung, die Konterlattung darunter schafft den Lüftungsraum zum Abtrocknen.

  3. Unterdeckung

    Die zweite wasserführende Ebene. Sie leitet Flugschnee und Schlagregen ab, die unter die Deckung gelangen.

  4. Dämmung

    Zwischen, über oder unter den Sparren. Die Lage entscheidet über Aufwand, Wirkung und ob das Dach geöffnet werden muss.

  5. Sparren und Dachstuhl

    Tragen die gesamte Last. Ihr Zustand entscheidet darüber, ob eine Sanierung planbar bleibt.

  6. Dampfbremse

    Raumseitig vor der Dämmung. Muss luftdicht angeschlossen sein, sonst entstehen Bauschäden.

  7. Innenbekleidung

    Der sichtbare Abschluss im Raum.

Reparieren, neu eindecken oder umfassend sanieren?

Die Entscheidung zwischen Reparatur, Neueindeckung und umfassender Sanierung hängt an zwei Fragen: Wie weit ist die Eindeckung von ihrem Nutzungsende entfernt, und liegen unter dem Dach beheizte Räume? Die folgende Übersicht ordnet typische Ausgangslagen ein. Worin sich die drei Ausbaustufen einer Neueindeckung unterscheiden und welche Leistungen jeweils dazugehören, steht auf der eigenen Seite dazu.

  1. Reparatur

    Begrenzter Schaden, der Rest des Aufbaus bleibt unberührt.

  2. Neueindeckung

    Die Deckung wird ersetzt, meist samt Lattung und Unterdeckung.

  3. Umfassende Sanierung

    Zusätzlich Dämmung und, falls nötig, Arbeiten am Tragwerk.

Typische Ausgangslagen und die jeweils naheliegende Richtung
AusgangslageNaheliegende RichtungBegründung
Einzelne Ziegel verrutscht oder gebrochen, Unterdeckung intakt, Dach unter 30 Jahre altReparaturDer Eingriff bleibt klein und löst keine weiteren Anforderungen aus.
Eindeckung großflächig verwittert oder porös, Unterkonstruktion und Dämmung in OrdnungNeueindeckungWird dabei die Lattung mit erneuert, gelten die Dämmanforderungen nach Anlage 7.
Eindeckung am Ende ihrer Nutzungsdauer und Dachgeschoss beheizt, aber kaum gedämmtUmfassende SanierungDas Gerüst steht ohnehin. Dämmung später nachzuholen kostet die Eindeckung ein zweites Mal.
Feuchteschäden am Holz, durchhängende Sparren, sichtbare Risse an AnschlüssenErst Begutachtung, dann EntscheidungTragwerk und Ursache müssen vor Ort geklärt werden — eine Ferneinschätzung ist hier wertlos.
Dachgeschoss soll ausgebaut werdenUmfassende SanierungAus einem unbeheizten Raum wird ein beheizter. Damit ändern sich Anforderungen und Aufbau grundlegend.
Photovoltaik ist in den nächsten Jahren geplantZeitpunkte zusammenlegenModule auf einer Eindeckung, die bald ersetzt wird, müssen für die Sanierung wieder herunter.

Diese Zuordnung ist eine Orientierung für das eigene Vorgespräch, keine Diagnose. Der tatsächliche Zustand von Unterdeckung, Dämmebene und Tragwerk lässt sich nur vor Ort beurteilen, und häufig erst, wenn die Deckung stellenweise geöffnet ist. Wer mit einer Erwartung in die Begutachtung geht und sie begründen kann, führt aber ein anderes Gespräch als jemand, der nur fragt, was gemacht werden müsse.

Welche gesetzlichen Anforderungen ausgelöst werden

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das an die Stelle des Gebäudeenergiegesetzes getreten ist. Inhaltlich sind die Anforderungen an bestehende Dächer weitgehend fortgeführt worden, die Paragraphen haben sich aber verschoben. Ältere Ratgeber, die noch §§ 47 und 48 GEG zitieren, verweisen auf Fundstellen, die es so nicht mehr gibt.

Der pauschale Satz „bei einer Dachsanierung besteht Dämmpflicht" ist falsch. Richtig ist: Bestimmte Maßnahmen lösen Anforderungen aus, andere nicht. Drei Vorschriften sind dafür maßgeblich.

Anforderungen bei Änderung (§ 36 GModG mit Anlage 7). Werden Außenbauteile erneuert, ersetzt oder erstmalig eingebaut, müssen die betroffenen Flächen die Höchstwerte der Anlage 7 einhalten. Für Dachflächen und oberste Geschossdecken liegt dieser Wert bei einem Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,24 W/(m²·K). Anlage 7 Nummer 5b nennt den auslösenden Vorgang ausdrücklich: den Ersatz oder Neuaufbau einer Dachdeckung einschließlich der darunter liegenden Lattungen und Verschalungen. Wer nur die Ziegel tauscht und die Lattung liegen lässt, löst diese Anforderung nicht aus. Für Flachdächer gilt bei Ersatz der Abdichtung ein strengerer Wert von 0,20 W/(m²·K).

Zwei Einschränkungen sind praktisch wichtig. Erstens greift die Anforderung nicht, wenn die Änderung nicht mehr als zehn Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe betrifft. Zweitens gilt sie als erfüllt, wenn die Dämmschichtdicke aus technischen Gründen begrenzt ist — etwa bei einer Zwischensparrendämmung, bei der die Sparrenhöhe oder eine vorhandene Innenbekleidung die Dicke vorgibt. Dann genügt die nach den anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke bei einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K), bei Einblasdämmung und Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen von 0,045 W/(m·K).

Nachrüstpflicht (§ 35 GModG). Unabhängig von jeder Baumaßnahme müssen oberste Geschossdecken zu unbeheizten Dachräumen, die den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 nicht erfüllen, so gedämmt sein, dass sie 0,24 W/(m²·K) nicht überschreiten. Die Pflicht gilt als erfüllt, wenn stattdessen das darüberliegende Dach entsprechend gedämmt ist oder den Mindestwärmeschutz einhält.

Für Wohngebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine am 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, greift diese Pflicht erst beim ersten Eigentumsübergang nach dem 1. Februar 2002; die Frist beträgt dann zwei Jahre ab diesem Übergang. Es entsteht also nicht nach jedem Verkauf oder Erbfall eine neue Zweijahresfrist, und die Regel greift nicht, wenn der Eigentümer das Gebäude am Stichtag nicht selbst bewohnt hat — dann gilt die Pflicht ohnehin von vornherein. Ob sie im Einzelfall tatsächlich besteht, hängt zusätzlich an der Wirtschaftlichkeitsregel des § 35 Absatz 4, auf die wir weiter unten zurückkommen.

Verschlechterungsverbot (§ 34 GModG). Außenbauteile dürfen nicht so verändert werden, dass sich die energetische Qualität des Gebäudes verschlechtert. Auch hier gilt die Zehn-Prozent-Ausnahme. Zusätzlich treten die Anforderungen zurück, soweit ihnen Vorschriften zu Standsicherheit, Brandschutz, Schallschutz, Arbeitsschutz oder Gesundheitsschutz entgegenstehen.

Ausnahmen bestehen außerdem für Baudenkmäler und besonders erhaltenswerte Bausubstanz (§ 105 GModG) sowie in Härtefällen über eine Befreiung nach § 102 GModG. Bei selbstgenutzten Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen entfällt die Nachrüstpflicht zudem, wenn sich der Aufwand nicht innerhalb angemessener Frist durch die Einsparungen erwirtschaften lässt.

Diese Darstellung gibt den am 15. September 2026 recherchierten Stand wieder und ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Ob und in welchem Umfang die Anforderungen für Ihr Gebäude gelten, hängt an Details, die eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte beurteilen sollte.

Dämmung: warum sie fast immer mitentschieden wird

Ob gedämmt werden muss, hängt weniger am Dach als an der Frage, wo die thermische Hülle verläuft. Ist der Dachraum unbeheizt und soll es bleiben, liegt die Dämmebene sinnvollerweise in der obersten Geschossdecke. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass diese Variante technisch einfacher und preiswerter ist als die Dämmung der schrägen Dachflächen — und sie erfüllt die Nachrüstpflicht nach § 35 GModG ebenso.

Sind die Räume unter dem Dach beheizt oder sollen es werden, führt kein Weg an der Dachfläche vorbei. Dann stehen im Wesentlichen drei Varianten zur Wahl. Die Aufsparrendämmung liegt über den Sparren und setzt voraus, dass das Dach ohnehin geöffnet wird; sie ist bauphysikalisch die sauberste Lösung, weil die Dämmebene durchgehend ist. Die Zwischensparrendämmung sitzt zwischen den Sparren und lässt sich von innen ausführen, ohne die Deckung anzufassen; ihre Dicke ist durch die Sparrenhöhe begrenzt. Die Untersparrendämmung ergänzt eine vorhandene Dämmung raumseitig und reduziert Wärmebrücken über den Sparren, reicht allein aber selten aus. Welche Ebene zu welcher Ausgangslage passt und warum die Sparrenhöhe für Gesetz und Förderung verschieden zählt, steht in der Dachdämmung im Überblick.

Der entscheidende wirtschaftliche Zusammenhang: Wird die Eindeckung ohnehin erneuert, ist der Zeitpunkt für eine Aufsparrendämmung gekommen — Gerüst, Demontage und Wiedereindeckung fallen dann nur einmal an. Wird die Dämmung später nachgeholt, zahlen Sie diese Positionen ein zweites Mal. Was das finanziell ausmacht, steht mit Zahlen auf der Kostenseite.

Was eine Dachsanierung kostet

Eine belastbare Zahl für „eine Dachsanierung" gibt es nicht, und zwar aus einem sachlichen Grund: Der Begriff umfasst Maßnahmen, die sich im Aufwand um ein Vielfaches unterscheiden. Veröffentlichte Quadratmeterpreise für dieselbe Leistung liegen entsprechend weit auseinander — das ist kein Redaktionsfehler der jeweiligen Quelle, sondern Ausdruck davon, welche Positionen jeweils mitgerechnet wurden.

Nützlicher als eine Gesamtzahl ist deshalb die Kostenstruktur. Bei einer Sanierung von außen fallen regelmäßig an: Gerüst (abhängig von Standzeit und Zugänglichkeit, weitgehend unabhängig vom Umfang der Arbeiten), Demontage und Entsorgung der alten Deckung, Material und Verlegung der neuen Eindeckung, Lattung und Unterdeckung, gegebenenfalls Dämmung und Dampfbremse, Klempnerarbeiten an Anschlüssen, Kehlen und Entwässerung sowie Dachfenster, wenn sie mit erneuert werden.

Für den Dämmanteil lassen sich Spannen angeben. Die folgenden Werte stammen von co2online und verstehen sich jeweils inklusive Material und Ausführung durch einen Handwerksbetrieb. Es handelt sich um Marktbeobachtung, nicht um eine amtliche Quelle.

Orientierungswerte je Dämmvariante, Quelle co2online, abgerufen am 15.09.2026
VarianteOrientierungAnmerkung
Oberste Geschossdecke20 bis 80 €/m²Nur sinnvoll, wenn der Dachraum unbeheizt bleiben soll
Untersparrendämmung30 bis 80 €/m²Ergänzung, meist nicht allein ausreichend
Zwischensparrendämmung70 bis 120 €/m²Von innen möglich, Dachdeckung bleibt liegen
Aufsparrendämmung inkl. Wiedereindeckung130 bis 200 €/m²Enthält das Neudecken des Daches
Flachdachdämmung100 bis 180 €/m²Je nach Konstruktion als Warm-, Kalt- oder Umkehrdach

Wo Sie innerhalb dieser Spannen landen, hängt vor allem an vier Faktoren: der Dachform — je mehr Kehlen, Gauben und Anschlüsse, desto mehr Handarbeit —, der Zugänglichkeit für Gerüst und Container, dem Material der Eindeckung und dem Zustand der Unterkonstruktion, der sich oft erst nach dem Öffnen zeigt.

Bewusst nennen wir hier keinen Gesamtpreis pro Quadratmeter Dachfläche. Eine solche Zahl wäre nur dann etwas wert, wenn Leistungsumfang, Bezugsgröße und Erhebungsgrundlage dazu offenliegen. Genau das leistet die Seite zu den Kosten einer Dachsanierung: drei Modellfälle mit identischer Dachfläche, die Kostenblöcke nach ihrem Verhalten sortiert und die Quellen offengelegt. Unabhängig davon gilt: Drei Angebote auf Basis desselben, schriftlich definierten Leistungsumfangs sagen mehr über Ihr Dach aus als jeder Durchschnittswert.

Förderung: Stand September 2026

Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle können über die Bundesförderung für effiziente Gebäude als Zuschuss gefördert werden. Zuständig für die Gebäudehülle ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, nicht die KfW. Eine reine Neueindeckung ohne energetische Verbesserung löst keine Förderung aus; die Dämmung dagegen schon, und die Arbeiten, die dafür nötig sind, zählen dann mit.

Wichtiger als jede Prozentzahl ist an dieser Stelle der Zeitpunkt: Der Förderweg muss vor der verbindlichen Beauftragung geklärt sein. Wer erst baut und dann fragt, bekommt nichts. Welche Wege es gibt, welche Arbeiten abgerechnet werden dürfen, was ein Sanierungsfahrplan tatsächlich bringt und in welcher Reihenfolge Vertrag und Antrag zusammenkommen müssen, steht ausführlich und mit Fundstellen auf der Seite zur Förderung für die Dachsanierung.

Wie eine Dachsanierung abläuft

Die folgende Reihenfolge ist so gewählt, dass sie mit den Förderbedingungen zusammenpasst. Wer die Schritte 4 bis 6 vertauscht, riskiert den Zuschuss.

  1. Vorprüfung

    Bestandsaufnahme durch einen Fachbetrieb.

  2. Planung

    Ziele, gesetzliche Anforderungen, Leistungsumfang.

  3. Angebot

    Vergleichbare Angebote, Vertrag mit Förderklausel.

  4. Ausführung

    Gerüst, Rückbau, neuer Aufbau.

  5. Abnahme

    Prüfung, Dokumentation, Verwendungsnachweis.

  1. Bestandsaufnahme. Begutachtung durch einen Fachbetrieb, bei Verdacht auf Feuchte- oder Tragwerksschäden mit Öffnung einzelner Bereiche. Ergebnis ist eine Aussage zum Zustand jeder Schicht.
  2. Ziele festlegen. Soll der Dachraum künftig beheizt werden? Ist Photovoltaik geplant? Diese Antworten bestimmen den Aufbau — sie später zu ändern, ist teuer.
  3. Anforderungen prüfen. Welche Vorgaben nach GModG löst der geplante Umfang aus, und greift eine der Ausnahmen?
  4. Energieberatung einbinden. Für die BEG-Förderung ist eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte ohnehin erforderlich. Ein individueller Sanierungsfahrplan lohnt sich besonders, wenn weitere Maßnahmen folgen sollen.
  5. Leistungsumfang definieren. Schriftlich, Schicht für Schicht. Dieses Dokument ist die Grundlage für vergleichbare Angebote.
  6. Angebote einholen und Vertrag schließen. Der Vertrag muss die Bedingung der Förderzusage enthalten, wenn gefördert werden soll.
  7. Förderantrag stellen — mit Vertrag und TPB-ID, vor Maßnahmenbeginn.
  8. Umsetzung. Gerüst, Rückbau, Aufbau der neuen Schichten, Anschlüsse und Entwässerung.
  9. Abnahme und Dokumentation. Gemeinsame Begehung, Fotodokumentation verdeckter Schichten, Rechnungen und Nachweise für den Verwendungsnachweis.

Wie lange eine Dachsanierung dauert

Die reine Ausführungszeit am Dach eines Einfamilienhauses bewegt sich üblicherweise im Bereich von einer bis drei Wochen, abhängig von Dachfläche, Dachform und Umfang. Eine Neueindeckung ohne Eingriff in die Dämmebene ist deutlich schneller abgeschlossen als ein vollständiger Neuaufbau mit Aufsparrendämmung, neuer Unterdeckung und Klempnerarbeiten.

Für die Planung ist allerdings die Ausführungszeit selten der begrenzende Faktor. Vorlauf entsteht durch die Begutachtung, das Einholen und Vergleichen von Angeboten, die Einbindung der Energieberatung, die Bearbeitung des Förderantrags und die Auftragslage des Betriebs. Realistisch ist, vom ersten Gedanken bis zum Baubeginn in Monaten zu denken, nicht in Wochen — besonders im Frühjahr und Spätsommer, wenn Dachdeckerbetriebe am stärksten ausgelastet sind.

Witterung verlängert die Bauzeit, verursacht aber bei fachgerechtem Vorgehen keine Schäden: Geöffnet wird nur, was am selben Tag wieder geschlossen werden kann. Wie mit längeren Unterbrechungen umgegangen wird, sollte vertraglich geregelt sein.

Was vor der ersten Angebotsanfrage geklärt sein sollte

Der größte vermeidbare Fehler ist, Angebote anzufragen, bevor klar ist, was angeboten werden soll. Wer drei Betriebe ohne definierten Leistungsumfang anfragt, bekommt drei unterschiedliche Leistungen zu drei Preisen und kann nichts davon vergleichen. Die folgenden Angaben sollten Sie vorher zusammentragen.

  • Baujahr des Hauses und, wenn bekannt, Alter der aktuellen Eindeckung.
  • Ist das Dachgeschoss beheizt, unbeheizt, oder soll sich das ändern?
  • Vorhandene Unterlagen: Baupläne, frühere Rechnungen vom Dach, Energieausweis.
  • Grobe Dachfläche — nicht die Grundfläche des Hauses, sondern die geneigte Fläche.
  • Gibt es Dachfenster, Gauben, Kamine, Schneefang, eine Antenne oder eine PV-Anlage?
  • Wie kommt ein Gerüst ans Haus, und wo können Container und Material stehen?
  • Steht das Gebäude unter Denkmalschutz oder in einem Bereich mit Gestaltungssatzung?
  • Ist ein Dachgeschossausbau oder eine PV-Anlage in den nächsten Jahren geplant?

Diese Liste hat einen zweiten Nutzen: Ein Betrieb, der bei der Begutachtung von sich aus nach diesen Punkten fragt, arbeitet strukturiert. Einer, der ohne Rückfragen einen Pauschalpreis nennt, hat das Dach nicht beurteilt.

Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen

Ein belastbares Angebot beschreibt die Leistung, nicht nur das Ergebnis. Es benennt die Dachfläche als Berechnungsgrundlage, listet die Schichten einzeln auf, nennt Material und Hersteller der Eindeckung sowie den Dämmstoff mit Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit und Dicke. Gerüst, Entsorgung und Klempnerarbeiten stehen als eigene Positionen darin, nicht als Sammelposten.

Ebenso gehören Angaben zu Ausführungszeitraum, Zahlungsplan und Gewährleistung hinein. Ein Zahlungsplan, der vor Beginn einen großen Teil der Summe verlangt, ist ein Punkt zum Nachverhandeln. Wenn gefördert werden soll, muss der Vertrag zusätzlich die Bedingung der Förderzusage und das voraussichtliche Umsetzungsdatum enthalten.

Auffällig sind Angebote, die deutlich unter den übrigen liegen: Meist fehlt eine Position — häufig die Unterdeckung, die Entsorgung oder die Anschlussarbeiten. Prüfen Sie in diesem Fall Position für Position gegen, statt über den Gesamtpreis zu vergleichen.

Kriterien zur Beurteilung eines Betriebs — Qualifikationsnachweise, Versicherungsschutz, Referenzen — haben wir auf einer eigenen Seite zusammengestellt: worauf es bei der Auswahl eines Fachbetriebs ankommt. Die Auswahl treffen Sie selbst; wir führen keine Dacharbeiten aus und erstellen keine Angebote.

Häufige Planungsfehler

Fünf Fehler tauchen immer wieder auf, und alle fünf entstehen vor dem ersten Hammerschlag.

Die Dämmung wird vertagt. Die Eindeckung wird erneuert, die Dämmung „später" nachgeholt. Gerüst und Wiedereindeckung fallen dann ein zweites Mal an, und die bauphysikalisch saubere Aufsparrendämmung ist praktisch nicht mehr wirtschaftlich darstellbar.

Die Luftdichtheit wird unterschätzt. Eine Dampfbremse, die nicht sauber an Wände, Giebel und Durchdringungen angeschlossen ist, lässt feuchte Raumluft in die Dämmebene. Die Folgen zeigen sich erst nach Jahren — als Feuchteschaden im Holz. Das ist der Punkt, an dem Ausführungsqualität mehr zählt als die Materialwahl.

Der Förderweg wird zu spät bedacht. Wer beauftragt, ohne die Bedingung der Förderzusage im Vertrag zu haben, verliert den Zuschuss. Diese Reihenfolge lässt sich nachträglich nicht reparieren.

Anschlüsse und Entwässerung fallen hinten runter. Kehlen, Ortgänge, Kaminanschlüsse und Rinnen sind die Stellen, an denen Dächer undicht werden — und die Positionen, die in knappen Angeboten fehlen.

Spätere Vorhaben bleiben unberücksichtigt. Ein Dachgeschoss, das in fünf Jahren ausgebaut werden soll, oder eine geplante Photovoltaikanlage gehören in die Planung von heute. Beides nachträglich zu berücksichtigen bedeutet, das Dach ein zweites Mal zu öffnen.

Die nächsten Schritte

Wenn Sie bis hierher gelesen haben, steht als Nächstes selten der Anruf beim Handwerker an, sondern eine Einordnung des eigenen Falls. Drei Wege sind typisch.

Bei sichtbaren Schäden oder Feuchte im Dachraum ist die Begutachtung durch einen Fachbetrieb der erste Schritt. Alles Weitere hängt davon ab, was sie ergibt.

Wenn die Eindeckung alt, aber intakt ist, lohnt sich zuerst die Frage nach dem Gesamtbild: Welche Maßnahmen stehen in den nächsten Jahren ohnehin an, und welche davon lassen sich sinnvoll bündeln? Ein individueller Sanierungsfahrplan beantwortet genau das und ist Voraussetzung für den iSFP-Bonus.

Wenn der Umfang bereits feststeht, geht es um die Definition des Leistungsumfangs und um vergleichbare Angebote. Die Checkliste weiter oben ist dafür der Ausgangspunkt.

Kann man nur die Dachziegel austauschen?
Ja, das ist möglich, solange Lattung, Unterdeckung und Tragwerk in Ordnung sind. Sobald die Lattung mit erneuert wird, greifen allerdings die Dämmanforderungen der Anlage 7 GModG für die betroffene Fläche. Reine Ausbesserungen an einzelnen Ziegeln bleiben davon unberührt.
Muss bei einer Dachsanierung immer gedämmt werden?
Nein. Die Anforderung entsteht erst, wenn die Dachdeckung samt darunterliegender Lattung ersetzt oder neu aufgebaut wird und darunter beheizte Räume liegen. Bleibt der Dachraum unbeheizt, richtet sich die Pflicht auf die oberste Geschossdecke statt auf die Dachfläche. Änderungen unter zehn Prozent der Bauteilgruppe sind ausgenommen.
Kann man während einer Dachsanierung im Haus wohnen bleiben?
Bei einer Sanierung von außen in der Regel ja. Es wird laut, staubig und zeitweise steht das Dach offen. Unangenehmer wird es, wenn von innen gearbeitet wird, etwa bei einer Zwischensparrendämmung mit neuer Innenbekleidung — dann ist das Dachgeschoss über Tage nicht nutzbar.
Was passiert bei Regen während der Arbeiten?
Fachbetriebe öffnen nur so viel Fläche, wie sie am selben Tag wieder schließen können, und sichern offene Bereiche mit Planen. Längere Schlechtwetterphasen verlängern deshalb vor allem die Bauzeit. Wie mit Witterungsunterbrechungen umgegangen wird, sollte im Angebot oder Vertrag stehen.
Wann muss der Dachstuhl erneuert werden?
Selten vollständig. Häufiger werden einzelne geschädigte Hölzer ausgetauscht oder Anschlüsse verstärkt. Ein Austausch größerer Teile kommt in Betracht, wenn Feuchte oder Schädlinge das Holz über längere Zeit geschwächt haben oder die Konstruktion zusätzliche Lasten tragen soll. Diese Beurteilung gehört in Fachhand, bei Eingriffen ins Tragwerk auch zu einem Tragwerksplaner.
Wie lange hält ein saniertes Dach?
Die Nutzungsdauer hängt vom Material und von der Ausführung ab und unterscheidet sich zwischen Eindeckung, Unterdeckung und Dämmung deutlich. Eine belastbare Zahl lässt sich ohne Blick auf das konkrete Material nicht nennen. Aussagekräftiger ist, was der Betrieb zu Material, Gewährleistung und Wartungsintervallen schriftlich zusagt.

Quellen

Alle Angaben wurden an der genannten Stelle selbst gelesen. Das Datum nennt den Tag des Abrufs.

  1. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de

    abgerufen am

    Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), §§ 34 bis 36 (öffnet in neuem Tab)

    Verschlechterungsverbot, Nachrüstpflicht und Anforderungen bei Änderung an bestehenden Gebäuden

  2. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de

    abgerufen am

    GModG, Anlage 7 (zu § 36): Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten (öffnet in neuem Tab)

    Nummern 5a bis 5c: Dachflächen, oberste Geschossdecken und Dächer mit Abdichtung

  3. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

    abgerufen am

  4. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

    abgerufen am

  5. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

    abgerufen am

    Informationen zur Antragstellung: Ablauf des Antragsprozesses (öffnet in neuem Tab)

    Maßgeblich für die Reihenfolge von Vertrag, Antrag und Maßnahmenbeginn

  6. Verbraucherzentrale

    abgerufen am

  7. co2online gemeinnützige GmbH

    abgerufen am

    Dachdämmung: Methoden, Kosten und Förderung (öffnet in neuem Tab)

    Marktübliche Preisspannen je Dämmvariante — keine amtliche Quelle

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Wenn der Umfang steht

Sobald klar ist, was gemacht werden soll, geht es um die Auswahl eines Betriebs und um vergleichbare Angebote. Die Kriterien dafür haben wir gesammelt — die Auswahl treffen Sie selbst.

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